Mitteilung

06.07.2017

Für ein friedliches Miteinander verschiedener Glaubensgruppen

Bürgerpreis des bayerischen Landtags: Preisträger stehen fest

Die Preisträger des Bürgerpreises 2017 des Bayerischen Landtags stehen fest. Ausgezeichnet wurden Gruppierungen, die sich ehrenamtlich für das friedliche Miteinander verschiedener Glaubensrichtungen und damit für die gemeinsame Gestaltung unserer Heimat einsetzen.
Der erste Preis geht an die Eugen-Biser-Stiftung (12.000 Euro). Seit 2002 engagiert sich die Stiftung für einen "Dialog aus christlichem Ursprung" und ein friedliches Miteinander verschiedener Glaubensrichtungen. Mit wissenschaftlichen Projekten einerseits und vielfältigen Veranstaltungsformaten insbesondere auch für Jugendliche andererseits leistet die Stiftung einen wichtigen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben in einer pluralen, freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Die Jury zeigte sich insbesondere beeindruckt von der Vielfalt, der Einbindung aller Generationen und dem langen Atem bei der Durchführung der nachhaltigen Projekte.
Der zweite Preis geht zu gleichen Teilen (je 9.000 Euro) an das „Zelt der Religionen“ nach Bamberg und den Interreligiösen Gesprächskreis Würzburg.
Das „Zelt der Religionen“ entstand im Rahmen der Landesgartenschau und entwickelte sich anschließend durch das Engagement von Bamberger Christen, Juden und Muslimen zu einer dauerhaften Begegnungsstätte für den interreligiösen Dialog. Der Interreligiöse Gesprächskreis Würzburg ist bereits seit 1996 ein Ort der Begegnung. Bei regelmäßigen Gesprächstreffen in wechselnden Gemeinden lernen die Teilnehmer ihre jeweiligen religiösen und kulturellen Hintergründe kennen. Regelmäßig finden auch größere gemeinsame Veranstaltungen wie „Gebete der Religionen“ statt.

Der dritte Preis (je 7500 Euro) wird ebenfalls geteilt zwischen dem Etz-Chaim-Schulpokal und einem interkulturellen Integrationsprojekt mit russisch-sprachigen Christen, Juden und Muslimen.
Der Schulpokal „Etz-Chaim“ (hebräisch: Baum des Lebens) wird von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Franken vergeben und wandert seit einigen Jahren von Schule zu Schule. Dabei ist er nicht Anerkennung für bereits Geleistetes, sondern Ansporn für das vorausliegende Schuljahr. Die Schülerinnen und Schüler führen verschiedenste Projekte durch, in denen es um die Verständigung der Religionen geht.
Das Interkulturelle Integrationsprojekt der SinN-Stiftung bringt in einem sozialen Brennpunkt Nürnbergs russisch-sprachige Menschen unterschiedlichen Glaubens zusammen, deren Zusammenleben bislang oft von Unwissenheit und religiöser Intoleranz geprägt war.
Ein Sonderpreis der Jury (5.000 Euro) geht an die Freunde Abrahams e.V. – Gesellschaft für religionsgeschichtliche Forschung und interreligiösen Dialog.
Der Verein bemüht sich seit 2001 durch wissenschaftliche Beschäftigung mit Religionsgeschichte, die gemeinsamen Wurzeln der Glaubensvorstellungen von Christen, Juden und Muslimen freizulegen. Die Themen reichen von der Geschichte bis zu aktuellen Fragen der Gegenwart, vom Alten Orient bis zum Alltagsgeschehen im Europa des 21. Jahrhunderts.

Seit dem Jahr 2000 zeichnet der Bayerische Landtag mit seinem Bürgerpreis jährlich vorbildliches bürgerschaftliches Engagement in Bayern aus. Das Motto des diesjährigen Bürgerpreises lautete: „Mein Glaube. Dein Glaube. Kein Glaube. – Unser Land! Bürgerschaftliches Engagement und weltanschaulicher Diskurs für eine Gesellschaft des Respekts und der Verständigung“.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm erklärt: „Wenn die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft zunimmt, können leider auch Vorurteile und Unwissenheit über die oft unbekannten Religionen und Weltanschauungen wachsen. Zahlreiche ehrenamtliche Initiativen in Bayern bemühen sich daher um ein offenes Aufeinander-Zugehen und ein partnerschaftliches Miteinander und gestalten damit unsere weltanschaulich vielfältige Gesellschaft gemeinsam. Solche Initiativen hat der Bayerische Landtag in diesem Jahr mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet.“

Die Auszeichnung der Sieger erfolgt im Rahmen einer feierlichen Verleihung im Maximilianeum am 19. Oktober 2017.