Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming bedeutet ein Denken und Handeln in der alltäglichen Arbeit, das auf die Gleichberechtigung der Geschlechter ausgerichtet ist. Ziel ist es, in alle Entscheidungsprozesse die Perspektive des Geschlechterverhältnisses einzubeziehen. Das englische Wort "gender" meint im Unterschied zum natürlichen Geschlecht (engl.: sex) die Gesamtheit der gesellschaftlichen Zuschreibungen, die mit den Rollen von Mann und Frau verbunden sind. Mainstreaming bedeutet, dass der politische Grundsatz, die Geschlechtergleichheit zu berücksichtigen, letztlich im gesamten Bereich politischen Handelns als eine Querschnittsaufgabe begriffen wird, die bei der Stadtplanung genauso selbstverständliche Anwendung findet wie in der Kulturpolitik. Eine politische Maßnahme sollte nicht nur sachgerecht und ökonomisch sinnvoll sein, sondern auch dem Grundsatz der Gleichberechtigung der Geschlechter gehorchen.

Der Grundsatz des Gender Mainstreaming fand seit Mitte der 1990er Jahre zunächst in den Aktionsprogrammen der Europäischen Union seine erste politisch offizielle Anwendung. Im Vertrag von Amsterdam 1996 verpflichteten sich darüber hinaus die Mitgliedstaaten der EU, die Geschlechterverhältnisse bei jeder politischen Maßnahme auch national zu berücksichtigen. Obwohl die politische Durchsetzung des Gender Mainstreaming vor allem der Frauenbewegung zu danken ist - erstmals wurde das Prinzip auf der 4. Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking formuliert -, soll es aber auch in Bereichen Anwendung finden, in denen eine Benachteiligung von Männern vermutet werden kann. So wird zum Beispiel diskutiert, wie das durchschnittlich schlechtere schulische Abschneiden von Jungen unter diesem Gesichtspunkt zu bewerten ist.

Gender Mainstreaming ist für alle Felder der Politik wichtig. Auch im Bürgerschaftlichen Engagement hat das Nachdenken über die damit verbundenen politischen Grundsätze Sinn. Aus dem Freiwilligensurvey ist bekannt, dass Männer überwiegend das klassische Ehrenamt und die damit verbundenen Posten bevorzugen. Damit bildet sich auch im Ehrenamt eine Hierarchie ab, die aus dem normalen Erwerbsleben bekannt ist.

Weitere Informationen stellt das Bundesfamlienministerium hier zur Verfügung. Die Bundesregierung fördert außerdem ein GenderKompetenzZentrum an der Humboldt-Universität zu Berlin. Näheres unter www.genderkompetenz.info.

 

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