Globalisierung / Glokalisierung

Wir leben in einer Welt, in der vor allem unsere Wirtschaftsweise mit ihrer weltumspannenden Bewegung von Waren, Kapital und Arbeit ein erhöhtes Maß an Mobilität der Menschen erfordert. Informationen können dank moderner Medien unseren Globus im Bruchteil einer Sekunde umrunden. Dieses Phänomen gehört unter dem Begriff der Globalisierung nun schon zum Alltagswortschatz. Im Prozess der Globalisierung lassen sich freilich unterschiedliche Aspekte unterscheiden: Zum ersten gibt es die ökonomische Globalisierung einer weltweit vernetzten Wirtschaftsweise. Damit zusammenhängend gibt es - zweitens - eine mediale Globalisierung, für die vor allem das Internet mit seinem schier unendlichen Fundus an Informationen steht. Drittens gibt es eine Globalisierung der Migration. Nicht nur Waren, Geld und Informationen, auch die Menschen werden mobiler. Schließlich kann man auch von einer kulturellen Globalisierung (Bernd Wagner) sprechen, in der zum Beispiel der Musikgeschmack genauso international geworden ist wie die Fernsehserien.

Dieser Prozess der Globalisierung ist aber nicht widerspruchsfrei: Die immer weitere Ausbreitung westlicher Konsumgüter und Kulturmuster geht oft mit einer verstärkten Rückbesinnung auf lokale kulturelle Traditionen und ihre Wiederentdeckung einher. In Anbetracht vieler weltweit gleicher Angebote werden die Besonderheiten der eigenen Kultur gegenüber anderen Kulturen hervorgehoben. Nach Meinung vieler Experten ist hierin ein wesentlicher Grund für das Anwachsen Bürgerschaftlichen Engagements zu sehen, da dadurch insbesondere die lokale Zusammengehörigkeit im Gemeinwesen gepflegt und gefördert wird. Für die enge Verknüpfung von Globalisierung mit einer neuen Betonung des Lokalen hat der englische Soziologe Roland Robertson (1998) die Bezeichnung "Glokalisierung" geprägt, die inzwischen vielfach aufgegriffen und benutzt wird.

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