Lokale Ökonomie

Im Kontext der Globalisierung und ihrer sozialen Folgen ist eine zunehmende Rückbesinnung auf die Bedeutung des Lokalen erkennbar. Es geht dabei um Bemühungen, in lokalen Handlungsfeldern größere regionale Eigenständigkeiten zu schaffen und kleinräumigere Vernetzungen aufzubauen. Dies schlägt sich u.a. in dem Begriff der „Lokalen Ökonomie“ nieder. Gemeint ist damit „die Gesamtheit ökonomischen Handelns innerhalb eines geographisch begrenzten Gebietes oder einer Gebietskörperschaft, wie z.B. Städte, Stadtbezirke oder Gemeinden“ (Technologie-Netzwerk Berlin, 1990). Hinter dem Konzept verbergen sich Strategien, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen, durch ein verändertes Verständnis von Wirtschaft, das z.B. wirtschaftliches und soziales Handeln kombiniert. Dazu gilt es, eine Vernetzung zwischen und Kooperation innerhalb privatwirtschaftlichem, öffentlichem und informellem Sektor zu stärken.

Wichtigster „Standortfaktor“ in der lokalen Ökonomie ist das Gemeinwesen eines Gebiets, mit seiner gewachsenen Struktur und Identität. Der Fokus liegt auf der Nutzung vorhandener Ressourcen und der Partizipation der Bevölkerung vor Ort. In diesem Zusammenhang werden neue Formen des Wirtschaftens und lokale Ansätze der Selbsthilfe gesucht, die sich eng an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren. Erwirtschaftete Überschüsse können z.B. zur Umsetzung gemeinnütziger Ziele verwendet werden. Im Englischen wird das Konzept mit folgender Formel umschrieben: „local work for local people using local resources“.
Zu den Voraussetzungen für die Entwicklung lokalökonomischer Strategien zählen z.B. gute Kenntnisse über die Ressourcen und Bedürfnisse der Bevölkerung und der Betriebe vor Ort. Ziel ist die Schaffung zusätzlicher Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen vor Ort. Beispiele für lokalökonomische Ansätze sind: Entwicklung von Stadtteilmarketinginstrumenten, Beratung bei Existenzgründungsvorhaben (Überprüfung von Konzepten, Aufzeigen von Wegen zur Finanzierung), Mobilisierung von Gewerbeflächen und Räumlichkeiten für interessierte Nutzer.

Weiterführende Literatur:
„Lokale Ökonomie – eine zentrale Strategie für die Soziale Stadt“ von Cramer, Cathy und Behrens, Jan, in: Deutsches Institut für Urbanistik, Soziale Stadt info 5, Juli 2001.

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